Bild mit dem Logo der Sehbären

 

Infopost vom 16. 5. 2007

 

 

Ein Wochenende voller Emotionen

 

Wie blinde und sehbehinderte Fußballfans vom OFC Sehbären das letzte Heimspielwochenende mit Hertha BSC gegen Bayer 04 Leverkusen erlebten.

 

Am Samstag den 12.05.2007 verabschiedeten sich die Sehbären beim letzten Heimspiel der Saison von ihrem Idol Andreas „Zecke“ Neuendorf im Berliner Olympiastadion.

Susanne Klausing übergab stellvertretend für die Sehbären dem Publikumsliebling nach dem Aufwärmen auf dem Spielfeld einen, extra für ihn angefertigten, 35 cm großen Buddy-Bären als Dankeschön für seine Aufmerksamkeit, die er unter anderem den blinden und sehbehinderten Fußballfans und den Blindenfußballern schenkt.


Bild: Susanne Klausing und "Zecke" Neuendorf, der einen Budyybären mit DB-Logo-T-Shirt auf dem Arm hält.

 

Oliver Heesemann, selbst ein Sehbär, hat den Buddy-Bären für ihn bemalt und mit liebevollen Details versehen. So trägt der Bär „Zeckes“ weißes Trikot der Saison 2006/2007 mit dem Adler-Logo, eine blaue Hose, weiße Stutzen und weiße Schuhe.

 

Schade, dass die Blinden die Choreografie in der Ostkurve nicht sehen konnten. Tausende von rot-weißen Fähnchen mit dem Berliner Bären wurden von den Fans geschwenkt und ein circa 35 Meter gewaltiges gemaltes Portrait von Zecke wurde vom Reportergraben bis zum Oberring aufgezogen. Am Oberring der Ostkurve  hing ein Spruchband „Herthaner im Herzen, Berliner wie wir“ und am Reportergraben stand der Spruch „Eine Atze nimmt Abschied – doch seine Seele bleibt hier.“ Zecke sichtlich gerührt dazu: „Toll das die sich so eine Mühe gegeben haben, das vergesse ich nie“. Dann warf er den von Dieter Hoeness zum Abschied überreichten Blumenstrauß zu den Fans und setzte sich zum Spielbeginn auf die Reservebank.

 

Bild: Blick auf den Fanblock

 

Hertha erst in der zweiten Halbzeit aufgewacht, nachdem die Mannschaft mit einem Pfeifkonzert in die Pause  geschickt wurde, kämpfte um ihr Leben. Dramatische Minuten und ein Elfmeter, der nicht nachvollziehbar war, zwang Hertha in die Knie. Auch Zecke, Ex-Leverkusener, schaffte es nicht, nach seiner Einwechslung in der 71. Minute, das bis zur letzten Minute spannende Spiel zu unseren Gunsten zu drehen. Das Spiel ging 2:3 aus

und bescherte uns den 12. Tabellenplatz in der Bundesliga. Doch das war an diesem Tag total egal. Die Fans feierten ihren Zecke in der Ostkurve und der sonst so coole Typ verließ anschließend sprachlos mit seinem Sohn Paul an der Hand das Stadion.

 

Dafür gab es ein Wiedersehen
mit Zecke am Sonntag, den 13.05.2007 im Vereinshaus des Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenverein Berlin.

Dort trafen sich ab 15 Uhr nämlich die Sehbären zum Saisonausklang.
Zur Freude der 30 Anwesenden brachte er, trotz Muttertag, auch Verstärkung mit, nämlich Jungnationalspieler und Herthaprofi Malik Fathi.

 

Bild: Andreas "Zecke" Neuendorf und Malik Fathi beim Unterschreiben der Karten

 

Nach Stärkung bei Kaffee und Kuchen stellten sie sich souverän den Fragen der Sehbären und erfüllten geduldig Autogramm- und Fotowünsche. Mit ihrer unkomplizierten Art eroberten sie im Nu die Herzen der Sehbären.
Zum Schluss ein Gruppenfoto der Sehbären mit ihren Lieblingen und ein Versprechen sich wiederzusehen … und eine Rose für die vernachlässigten Mütter.

Danke Zecke … Danke Malik
für diesen Tag, den die Blinden und Sehbehinderten nicht so schnell vergessen werden.

 

Gruppenbild mit den "Sehbären"

 

Nach Verabschiedung der beiden Gäste ging es mit der Berichterstattung und den Ankündigungen weiter.

Damit es nicht in der Sommerpause so langweilig wird, beschloss man sich zum Segelfliegen, zum Draisinefahren und zu einer Olympiastadionführung wieder zu treffen.

 

Veranstaltungsende war gegen 19 Uhr.

 

 

© Sehbären | Axel Meyer | 15.05.2007

Fotos: Axel Meyer und mit freundlicher Genehmigung der Hertha Homepage entnommen


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